Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises informieren über Minijobs

 

 

Bissendorf. Ein Minijob ist die einfachste Möglichkeit, um das Familieneinkommen aufzustocken, oder? Besonders Frauen arbeiten in sogenannten Minijobs als geringfügig Beschäftigte. Die Gleichstellungsbeauftragten in den Kommunen des Landkreises Osnabrück warnen: Minijobs führen häufig in die Altersarmut. Ob diese Arbeit nun Fluch oder Segen für die Einzelne ist, beantwortet eine Online-Broschüre, die die Gleichstellungsbeauftragten vorstellten und die jetzt auf den Homepages der Gemeinden freigeschaltet wurde. Der Titel: „Der Minijob - Da ist mehr für Sie drin!“

Je länger und häufiger ein Minijob ausgeübt wird, desto größer ist die Gefahr der Altersarmut, warnen die 19 Gleichstellungsbeauftragten in den Landkreiskommunen. Diese Armut ist weiblich. Von den rund 7,5 Millionen Minijobbern in Deutschland, sind mehr als zwei Drittel Frauen.

Zunächst erscheint diese geringfügige Beschäftigung als Ideallösung, zum Beispiel wenn Frauen nach der Familienphase in das Berufsleben zurückkehren und sie zeitlich flexibel sein wollen, auch und wenn ein Arbeitsplatz wegen der Sozialversicherungspflicht wenig attraktiv erscheint.

Minjobs selten empfehlenswert

Spätestens mit dem Rentenbescheid kommt dann die Ernüchterung. „40 Jahre im Minijob ergibt eine Monatsrente von 144, 80 Euro“, errechnete Monika Schulte. Mit sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen sei auf alle Fälle mehr drin. „Die Rente darf nicht erst mit 60 zum Thema werden. Rente ist Lebensplanung“, so Kornelia Böert, Gleichstellungsbeauftragte in Wallenhorst. Wenig bekannt ist auch, dass Minijobberinnen Anspruch auf Urlaub habe

Die Gleichstellungsbeauftragten empfahlen Förderprogramme für Berufsrückkehrerinnen, die individuelle Beratung in den Kommunen und im Landkreis und die neue Online-Broschüre „Der Minijob – Da ist mehr für Sie drin!“ Im Internet wird darüber informiert, ob und wann ein Minijob sinnvoll ist. „In vielen Fällen ist ein Minijob leider nicht empfehlenswert“, hält Monika Schulte fest.

Text unterm Bild: Die Kreisarbeitsgemeinschaft der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten traf sich im neuen Bissendorfer Rathaus. Das zentrale Thema: Minijobs. Foto: Bärbel Recker-Preuin